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Aktuell:

Sommer 2022
Feldforschung, Hessen/Brandenburg/NRW
gefördert von der Stiftung Kunstfonds

21.5. - 15.10.
entre 2
Installation am Rheinufer, Strasbourg

13. - 18.9.
I got you covered
Kaiserdamm 102, Berlin

25.11.22 - 19.03.23
entre 2
Städtische Galerie, Offenburg

running Raum www
an online collection
of events cancelled due to Covid-19


studio adress:
Johannes Mundinger
c/o Urban Spree
Revaler Str 99
10245 Berlin
Germany

oo49 (o) 179 748 o2 81
post@jmundinger.de

Papiercollage von Sophia Hirsch und Johannes Mundinger, an der Wand der Halle des ehemaligen Güterbahnhofs Chemnitz. Assoziativ gemalt, aus den Interviews mit (ehemals) Erwerbslosen
Im Rahmen unserer Residenz bei den Begehungen Chemnitz #18, zum Thema "Leerzeit", haben Sophia Hirsch und ich Interviews mit Chemnitzer:innen geführt, die zu einem Zeitpunkt ihres Lebens von Arbeitslosigkeit betroffen waren.

Für unsere Arbeit "Homo Faber" entwickelten wir daraus obige Wandcollage und erarbeiteten ein begleitendes Heft, in dem Menschen zu Wort kommen, die vom Potential der „Leerzeit“ erzählen. Von den Rückschlägen und Ängsten die damit einhergingen, aber auch von neuen Möglichkeiten zu sozialem Engagement, ehrenamtlicher Arbeit oder zur Reflexion über das eigene Leben und die gesellschaftlichen Verhältnisse.

Arbeit bestimmt unseren Platz in der Gesellschaft. Sie wirkt identitätsstiftend,strukturiert unseren Tag und unser Leben, gibt unserer Existenz Ziel und Sinn.

Doch nicht alle Arbeit wird als wertvoll anerkannt. Das gemeine Verständnis reduziert „Arbeit“ auf Erwerbsarbeit. Mit unserem Projekt, wollen wir all jene Tätigkeiten in den Fokus rücken, die aus diesem verengten Begriff von Arbeit herausfallen.

Sophia Hirsch am Tisch beim Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Chemnitz, wo wir vorbei gehende zu Interviews einluden. Vorn: eine Frau auf einem Stuhl an einem Tischchen, daneben zwei freie Stühle. Im Hintergrund ein Absperrgitter und Bäume

Chemnitz war seit dem 19. Jahrhundert eine boomende Industriemetropole mit einer stetig wachsenden Arbeiterbevölkerung. In der DDR, war ein Drittel der in der sächsischen Industrie Beschäftigten in Karl-Marx-Stadt zu Hause. Als mit der Wiedervereinigung die Privatisierungen begannen und zahlreiche Betriebe geschlossen wurden oder massiv Stellen abbauten, traf das die Stadt besonders hart. Die Arbeitslosigkeit in Chemnitz stieg bis 1994 auf über zehn Prozent.

Ohne Frage kann Arbeitslosigkeit zerstörerisch auf Gesellschaft und Individuum wirken, das beweisen nicht zuletzt die politischen Entwicklungen der vergangenen Jahre.

Wer seinen Arbeitsplatz verliert, büßt damit oft nicht nur seinen Wohlstand, sondern auch seine soziale Stellung ein – doch er gewinnt auch Zeit und Freiheit.

Eine Kiste mit gedruckten, geklammerten Heften, ein paar Exemplare liegen oben drauf. Auf dem Cover der Titel des Projektes und Hefts: Homo Faber

Wir gehen mit unserer Arbeit der Frage nach, ob und wie die entlassenen Arbeiter:innen diese Möglichkeiten genutzt haben. Dabei ließen wir uns von der Idee leiten, dass man auch ohne Bezahlung und gesellschaftlichen Zwang seine Welt schaffen und verändern kann.

www.hirsch-sophia.de
www.begehungen-chemnitz.de