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Johannes Mundinger
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Germany

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exhibition view - Dreinlinden - duo exhibition Daniel Hahn and Johannes Mundinger at Alter Ego, Seoul, KoreaDreilinden, duo exhibition with Daniel Hahn at Alter Ego, Seoul
exhibition view - Dreinlinden - duo exhibition Daniel Hahn and Johannes Mundinger at Alter Ego, Seoul, Korea

Dreilinden is the name of a former checkpoint on the highway from West-Germany to West-Berlin through the GDR, during the times when Germany had still been seperated. What remains and remained today, are some buildings along the road you pass by within seconds.

Daniel Hahn and Johannes Mundinger are exploring the existence of borders in an aesthetic and philosophic way. The exhibition at Alter Ego, Seoul, plays with with the shift of perception on these historic symbols.

exhibition view - Dreinlinden - duo exhibition Daniel Hahn and Johannes Mundinger at Alter Ego, Seoul, Korea

exhibition view - Dreinlinden - duo exhibition Daniel Hahn and Johannes Mundinger at Alter Ego, Seoul, Korea

Eine Besucherin der Ausstellung, Katharina Sook Wilting, Kölnerin mit Koreanischen Großeltern, wurde inspiriert, ihre Interpretation zu unserer Ausstellung aufzuschreiben:

Dreilinden. Die Ausstellung von Daniel Hahn und Johannes Mundinger behandelt das Thema Grenzen, in einem Land, in dem die Teilung noch Realität ist.

Namensgeber der Ausstellung, ein ehemaliger Checkpoint des ehemals geteilten Berlins, ist heute ein nahezu vergessener Ort, leicht und schnell mit dem Auto zu passieren.

Korea ist seit Ende der 40er Jahre und dem Koreakrieg in den 50er Jahren in Süd und Nord unterteilt. Zwei Nationen mit einem Volk, einer Sprache, einer Kultur – zumindest bis vor ihrer Trennung. Deutschland und Korea. Die Vergangenheit des einen ist die Gegenwart des anderen.

Für mich, als jemand mit koreanisch-deutschen Hintergrund, war der Besuch der Ausstellung eine besonders persönliche Erfahrung. Grenzen, Zäune und Mauern – was bezwecken diese Objekte? Vor was schützen wir uns eigentlich? Mauern grenzen ab und andere aus. Mauern als Heiligtum, füllen gar politische Agendas. In der Galerie „alter.ego“, ansässig in Seoul im Viertel Mangwondong, interpretieren die beiden Künstler Johannes Mundinger und Daniel Hahn das historische Symbol von Mauer, Trennung und Abgrenzung auf eigene philosophische Weise.

„Different. similar. same“?
Im Werk „different. similiar. same“ hinterfragt Daniel Hahn das eigentliche Konzept von Ausgrenzung und Abgrenzung. Zu sehen sind drei gleich große, bedruckte Leinwände: different, similar, same. Letztere sind in gleichem Farbton gehalten, nur die „different“ Leinwand sticht durch ihre weiße Farbe heraus. Ab dem Zeitpunkt, wo wir auch sprachlich etwas als „different“ bezeichnen, kann es nicht mehr „similar“ zu uns sein kann. Gesellschaft und Sprache unterscheidet sehr radikal in solchen Kategorien. In seiner Arbeit sind allerdings die verbleibenden und schneidenden Ähnlichkeiten zu sehen: Die Arbeit besteht aus drei gleich großen Leinwänden. Unterscheiden wir uns überhaupt?

Was das koreanische Volk voneinander abgrenzt, ist förmlich keine wirkliche Mauer. Es ist eine klar definierte Grenze, aufrecht erhalten durch Grenzposten und Zäune. Doch gerade Zäune haben diese Transparente. Sie wirken oft Paradox, da es auch ein erkennbares, ein zumindest visuell erreichbares »dahinter« gibt. So wie in der Arbeit »and/end«: Ob das „Davor“ oder das „Dahinter“ im Mittelpunkt steht, ist hier alles eine Frage des Betrachters. Auch hängt vom Blickwinkel des Betrachters ab, welche Seite des Zaunes als schützenswert oder begehrenswert gilt. Zäune grenzen ab, sind jedoch transparent. Ihre Struktur erschafft einen Rahmen um einen bestimmten Ausschnitt und dadurch um ein bestimmtes Bild. Und ist nicht auch jedes Bild „nur“ein Ausschnitt von etwas Größerem?

“Opel Kadett” und „collective memories “

Beim Werk „collective memories“ des Künstlers Johannes Mundinger geht es um eine andere Art der Abgrenzung. Die Signatur des Künstlers. Diese spielt in der Graffiti- aber auch in der Kunstszene eine große Rolle. Wer ist wer und war wo und hat was gemacht. Eine metaphorische Mauer wird um ein Werk durch die Signatur gebaut. Wer eine Signatur erkennt, darf nicht mehr dran, denn auch öffentliche Kunst will als Eigentum erkannt werden. Im Schwarm des Überflusses wird die eigene Signatur immer wichtiger und somit wie sich das Individuum vom Kollektiv absetzt. Humorvoll wird das von Mundinger hier in Szene gesetzt.

„Collective memories“ ist eine Papierbahn, die zeitweise im öffentlichen Raum hing und sich selbst überlassen wurde. Verewigt haben sich Einige.
Dass die Berliner Mauer als historisches Symbol und Ausstellungsstück immer noch so beliebt ist, hat wohl auch mit der künstlerischen Vielfalt der Graffitis auf der Mauer selbst zu tun. Nun ist die ehemalige deutsche Mauer nicht mehr als Ausstellungsstück und Symbol. „Collective memories“ zeigt eine spekulative Zukunft auf, in den Mauern und ihre Abgrenzung zur Vergangenheit werden und nur noch als Ausstellungstücke dienen.

Johannes Mundingers Werke zeigen auch Räume und Visionen durch eine Mauer hindurch auf. Wie kann der Raum, eine Realität hinter einer Grenze aussehen? Sein Kunstwerk Opel Kadett, direkt an die Galeriewand gemalt, scheint die Wand zu durchbrechen und liefert einen Blick in eine andere Welt und in eine neue Realität. Hier scheint es auch Räume zu geben, offene Räume die im Einklang mit Himmel, Erde und Meer erscheinen. Diese fantastischen Blicke in eine andere Welt sind traumähnlich nostalgisch und erwecken Lust hinter Mauern zu schauen und zu entdecken.

Dreilinden zeigt eine Vielfalt von Werken, welche sich mit der Symbolik und der Sinnhaftigkeit von Abgrenzung auseinandersetzt. Und trotz Krieges stellen sich viele Koreaner die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Teilung eines Landes. Die Hoffnung, dass auch die Grenzen Koreas einmal zu historischen Reliquien, zu Ausstellungsstücken werden könnten, bleibt.

Katharina Sook Wilting


exhibition view - Dreinlinden - duo exhibition Daniel Hahn and Johannes Mundinger at Alter Ego, Seoul, Korea

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exhibition view - Dreinlinden - duo exhibition Daniel Hahn and Johannes Mundinger at Alter Ego, Seoul, Korea

exhibition view - Dreinlinden - duo exhibition Daniel Hahn and Johannes Mundinger at Alter Ego, Seoul, Korea

exhibition view - Dreinlinden - duo exhibition Daniel Hahn and Johannes Mundinger at Alter Ego, Seoul, Korea

exhibition view - Dreinlinden - duo exhibition Daniel Hahn and Johannes Mundinger at Alter Ego, Seoul, Korea

exhibition view - Dreinlinden - duo exhibition Daniel Hahn and Johannes Mundinger at Alter Ego, Seoul, Korea



Alter Ego
opening 15 February 2020
exhibition 16 - 21 February 2020

tue - sat - 1-7pm
sun, mon - appointment only

399-44
Mapogu
Mangwondong
Seoul