Johannes Mundinger

Allerstr. 26
12049 Berlin

oo49 (o) 179 748 o2 81
post@jmundinger.de

Atelier: Urban Spree
Revaler Str 99
10245 Berlin
 

Aktuell:
23.7. - 24.9.2017
ungeniert/engagiert
Kunsthalle Wilhelmshaven

Core Remission
30.9.-13.10.2017
gr_und, Berlin

Flurstück
1.12.2017-28.1.2018
Kunstverein Offenburg


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"Abmaß" im Projektraum Erlkönig, Bremen


Als Abmaß bezeichnet man die mögliche Differenz zwischen einem bestellten Maß und der tatsächlichen Größe eines Bauteils. Diese Sichtbarmachung des Nichtvorhandenen, des Entfernten, ist Titel und Bestandteil meiner im Erlkönig gezeigten Arbeiten.



"Johannes Mundinger kommt im Moment aus Berlin; er kommt deshalb aus Berlin, weil er dort sein Atelier hat. Tatsächlich aber ist er auf ein Jahr gesehen, die meiste Zeit nicht dort vor Ort, sondern reist quer durch Europa. Frankreich, Bulgarien, Belgien, Serbien, Polen und außerhalb von Europa: Mexico. Das sind einige Stationen, die er in den letzten Monaten angesteuert hat um an den jeweiligen Orten zu arbeiten.

 

Das Reisen fußt sicherlich auf einem grundsätzlichen Interesse gegenüber dem Unbekannten. Auf der anderen Seite spiegelt sich dieses Interesse auch in seinen Malereien wieder. Zwangsläufig könnte man sagen. Formal nämlich, gibt es nicht den einen Malgrund. Papier, Stoff, Fassade, Karton, Pvc und Glas bearbeitet er mit den jeweils passenden Materialien und tastet sich dabei an die jeweiligen Besonderheiten der Kombinationen von Träger und Farbe heran. Bei diesem Vorgehen ergeben sich immer wieder unvorhersehbare Momente im Hinblick auf Materialreaktion und Farbverhalten. Die Diskrepanz zwischen dem vermeintlich Genauen und einem Schwanken ins Unexakte, wird von Johannes Mundinger dabei immer wieder herausgearbeitet.

 

In den Formaten gibt es eine große Spannbreite. Hier in der Ausstellung gibt es die Glasarbeiten, die mit 10 auf 15 Zentimetern sehr handlich sind. Die Malereien, die er im öffentlichen Raum realisiert, sind problemlos 10 x 20 Meter groß.

 

Einige Leinwandarbeiten, die zwischen 2015 und 2016 entstanden, sind um ein Bodenelement erweitert, das ebenfalls bemalt, in seiner merkwürdigen Konstellation zum Bild an der Wand einen Raum öffnet, der über die Zweidimensionalität der klassischen Malerei heraus ragt. Durch das aufliegen der Leinwand am Boden wie wir es hier sehen, ist die Grenze zwischen Malerei und Objekt ebenfalls unscharf gezogen.

 

Die Arbeiten und auch die Edition sind hier für diesen Ausstellungsraum entstanden, so wie sich die meisten Malereien von Johannes Mundinger auf den Ort beziehen an dem sie gezeigt werden. Bei den Arbeiten im öffentlichen Raum kann man das am ehesten nachvollziehen, weil eine Malerei auf einer Fassade immer auf ihre Umgebung Einfluss nimmt und durch ebendiese auch beeinflusst wird. Das ist schon deshalb interessant, weil der Schutzraum des White Cubes dann nicht gewährleistet ist. Aber auch in den gängigen Ausstellungsräumen finden sich immer wieder Geschichtsbezüge oder architektonische Besonderheiten die Johannes Mundinger durch sein Malen thematisiert.

 

Tatsächlich ist dieser Raum wegen seiner geringen Breite schwieriger zu bespielen, als andere Räume. Gerade auch weil man, speziell bei der großen Arbeit, nicht den Betrachtungsabstand hat, den es eventuell bräuchte. Vielleicht hat Johannes genau deshalb zugesagt, als wir ihn eingeladen haben.

Wir freuen uns auf jeden Fall, dass er da ist."

Pio Rahner



Painting on glass, Johannes Mundinger at Erlkönig, Bremen




Vielen Dank, Pio Rahner, Max Santo, Nadine Geyersbach, Matthieu und Mari.
Fotos: André Ott